Angst kennt jeder Mensch und ohne Angst wäre die Menschheit längst ausgestorben, denn: Angst schützt uns davor, Dinge zu tun, die unser Leben gefährden. Angst erlebt jeder Mensch anders, wir sind mit einem unterschiedlichen Ausmaß an Angst ausgestattet. Wieviel Angst „normal“ ist und ab wann Angst zu einer Erkrankung wird, ist individuell sehr unterschiedlich. Entscheidend ist, ob die Ängste uns davon abhalten, Dinge zu tun. Als Pilot stellt eine Flugangst eine Angst mit Krankheitswert da, für jemanden, der nicht fliegen möchte, ist diese Angst unerheblich. Wir kennen verschiedene Formen der Angsterkranukungen, soziale Phobien, Agoraphobie, Angst, große Plätze zu überqueren, Panikattacken, auch kennen wir generalisierte Angststörungen. Angsterkrankungen sind gut zu behandeln, wenn man rechtzeitig Hilfe sucht. Psychotherapie steht hierbei an erster Stelle, wie auch das Erlernen von Entspannungstechniken und regelmäßiger Ausdauersport. Oft ist allerdings vorübergehend auch eine medikamentöse Behandlung, in erster Linie mit Antidepressiva sinnvoll. Kontraindiziert sind Benzodiazepine bei Angsterkrankungen, da diese ein hohes Abhängigkeitspotential bieten. Bei der Bühnenangst können unter ärztlicher Aufsicht und als Teil eines therapeutischen Gesamtkonzeptes auch vorübergehend Betablocker eingesetzt werden. Diese Substanzen sollten jedoch nicht im Sinne einer Selbstmedikation verwendet werden.
