Musikermedizin

Erkrankungen von Musikern

Musizieren ist eine hochspezialisierte Tätigkeit mit oft einseitigen Belastungen für den Körper und die Psyche. In der Musikersprechstunde sollte der behandelnde Arzt Kenntnisse haben über die spezifischen Belastungen und Anforderungen. In dieser Sprechstunde ist die Untersuchung des Musikers am Instrument erforderlich, um Ursachen für Beschwerden zu erkennen.

Studien zeigen, dass Musiker unter erheblichen gesundheitlichen Problemen leiden, die Folge des Musizierens sind oder die das Musizieren beeinträchtigen. Etwa 45 Prozent aller Musikstudierenden nehmen während des Studiums aufgrund von musikerpezifischen gesundheitlichen Problemen professionelle Hilfe in Anspruch. Musiker werden häufig frühberentet.

Neben der Behandlung von Musikern ist Prävention eine wichtige Aufgabe der Musikermedizin. Bereits In der Musik- schule besteht die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass musikerspezifische Erkrankungen nicht entstehen. Sind Beschwerden aufgetreten, sollte ein Arzt/Musikmediziner konsultiert werden, der eine Musikersprechstunde anbietet.

  • Behandlungen der neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen.
  • bei speziellen Problemen Beratung und Weiterleitung zu Fachärzten, die Erfahrung in der Behandlung von Musikern haben
  • präventive Schulungen, z. B. bei Lampenfieber, Übungsmethoden erarbeiten – Stichwort mentales Training etc.
  • Supervision von Ensembles
  • Beratung bezüglich der anatomischen Voraussetzungen bei geplantem Musikstudium
  • Beratung vor dem Kauf eines Instrumentes aus medizinisch-anatomischer Sicht
  • Behandlung von Musikerdystonien auch mit Botulinumtoxin

Bitte bringen Sie zur Untersuchung Ihr Instrument mit. Die Untersuchung sollte in der Musikersprechstude immer auch am Instrument erfolgen. Vor der Untersuchung ist es sinnvoll, den Anamnesebogen f[r die Musikersprechstunde auszufüllen. Je mehr Informationen ich von Ihnen habe, desto besser kann ich Sie beraten. Nach einem Gespräch, das individuell gestaltet wird, in dem Sie u.a. über die aktuellen Beschwerden, deren Beginn und Entwicklung berichten, werde ich auch nach Übergewohnheiten und Überabläufen fragen. Wenn es möglich ist, werde ich Sie während des Musizierens beobachten. Ein E-Piano steht  zur Verfügung. Ein Behandlungskonzept wird gemeinsam mit Ihnen, ggf. den Lehrern und Physiotherapeuten sowie Ärzten anderer Fachrichtungen entwickelt. In der Sprechstunde können wir auch an der der Haltung arbeiten, sollte es entsprechende Probleme des Bewegungsablaufs geben, die damit in Zusammenhang stehen. Die möglichkeit von ergonomischen Hilfen werden aufgezeigt.

Musizieren ist vergleichbar mit Hochleistungssport. Oft sind die Haltungen belastend. Eineitige Haltungen ohne Ausgleich können zu Schäden des Haltungsapparates insbesondere des Rückens, führen. Falsches Üben verhindert einen angemessenen Fortschritt und Überüben kann im schlimmsten Fall eine fokale Dystonie, dem Musikerkrampf verursachen, der  dann häufig zur Berufsunfähigkeit führt.

 

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